Die Chronik der Hildesheimer AIDS-Hilfe
2009
Das Jahr beginnt mit der Ausstellung der Collagen von Jean Luc "Leben mit AIDS –80 Impressionen" über vier Wochen im Foyer des
Kreishauses Hildesheim. – Im Frühjahr verlassen zwei langjährige Hauptamtliche die Hildesheimer AIDS-Hilfe. – Im Mai findet das
Casting für das JugendFilmProjekt GagA – Gemeinsam aktiv gegen AIDS statt, für das wir seit dem Welt AIDS Tag 2008 in ganz Niedersachsen
Mitwirkende gesucht haben.
Im Juni besucht Herr Ministerpräsident Christian Wulff die Hildesheimer AIDS-Hilfe anl. seiner Sommerreise. Mit großem Medienecho lernt er
unsere Arbeit an sechs Stationen kennen und probiert auch das KondoMobil aus. Überregionale Erwähnung findet vor allem das Präventionsspiel
"Barbie fragt..." und die Anwesenheit von Patsy Baker an der Station 6, die in Zusammenarbeit mit der Landesinitiative hin und wech gestaltet
worden war. - Regionales Highlight in diesem Monat ist die Teilnahme vom Stammtisch Hildesheim am Schützenausmarsch unter dem Motto
"It´s okay to be gay". Außerdem beginnt Ende Juni das 10tägige FilmCamp GagA in Wohldenberg. Im September sind zwei Filmspots aufführungsreif
und werden in einer Preview im kleinen Kreis der Mitwirkenden gezeigt.
Geschäftsführender Vorstand: Karin Cohrs
2008
Durch die Einladung der BBS Alfeld sind wir bei allen Aufführungen ihres Musicals "Rent" mit einem Infostand vertreten. – Im Juni hat das KondoMobil seine Jungfernfahrt in der Hildesheimer Innenstadt. – Im Juli findet in Zusammenarbeit mit der Osnabrücker AIDS-Hilfe und dem Projekt Kinder und AIDS in Niedersachsen eine 5tägige Familienfreizeit an der Ostsee statt. – Im August leitet die Sozialministerin Frau Ross-Luttmann mit einer Auftaktveranstaltung "Lifeboat" unsere Infokampagne für gynäkologische Praxen ein. Den Auftakt haben die Niedersächsische AIDS-Hilfe und die Hildesheimer AIDS-Hilfe gemeinsam organisiert und durchgeführt. – In diesem Jahr veranstalten wir mehrere kleine Gruppenangebote für HIV-positive Frauen und Männer aus Hildesheim und Umgebung. –Im Oktober wird der KondoMobil Fahrer in der neuen Sendung "Queebeet" von Radio Tonkuhle interviewt. – Im Herbst passieren gleich zwei große Aktionen, beide als Projekt mit der Niedersächsischen AIDS-Hilfe zusammen: Mit der Verteilung von 30.000 Kondomen in ganz Niedersachsen bewerben wir das JugendFilmProjekt GagA – Gemeinsam aktiv gegen AIDS . Hierfür hat Herr Ministerpräsident Christian Wulff die Schirmherrschaft übernommen und Claudia Leyder sorgt als Botschafterin für die Werbung bei den Hildesheim Invaders und beim OlympiaCamp. Und wir stellen für das zweite große Projekt, die Ausstellung von Jean Luc, die Kataloge "Leben mit AIDS –80 Impressionen" her. Bei diesem Projekt, einer Ausstellung mit Handreichung für den Schulunterricht, haben wir auch die Unterstützung der Volkshochschule Hildesheim.
Geschäftsführender Vorstand: Karin Cohrs
2007
Beim traditionellen Neujahrskegeln verabschiedet sich Rosa Wagner-Kröger nach sieben Jahren Vorstands- bzw. Beiratstätigkeit. Danke für deine Arbeit,
Rosa! Parallel zur üblichen Arbeit laufen die Vorbereitungen für Veranstaltungen zum 20jährigen Bestehen der Hildesheimer AIDS-Hilfe e.V.
Zu seinem 15jährigen Bestehen führt der Internationale Chor Hildesheim am 20. Mai die Camina Burana zugunsten der AIDS-Hilfe auf.
Im Herbst wird der AIDS Truck in Hildesheim zu Gast sein.
Geschäftsführender Vorstand: Karin Cohrs
2006
Anfang des Jahres nehmen sich Beiratsmitglieder, eine weitere ehrenamtliche Mitarbeiterin und das Team der Hauptamtlichen ein Wochenende Zeit, um zusammen
mit einem Profi zu Inhalten und Zielen der Hildesheimer AIDS-Hilfe zu arbeiten. Durch die Kürzung der Wochenarbeitszeit seit 2004 stehen die Fragen im
Mittelpunkt, welche Aufgaben wir für unverzichtbar halten, ob wir diese noch alle bewältigen können und wie die einzelnen Tätigkeiten auf uns vier Teilzeitkräfte
verteilt werden sollen. An selben Wochenende wird uns durch einen Einbruchdiebstahl erheblicher Schaden zugefügt.
Am 1.4. gibt ARCUS seine/ihre Abschieds-lesbischwule Party. Damit ist Hildesheim mal wieder um eine schwullesbische Gruppe ärmer.
Durch den sogenannten AIDS Truck von missio Aachen, der vier Wochen lang im Bistum Hildesheim unterwegs ist, ergibt sich ein neuer Kontakt zur Diözese.
Wir werden den Truck im Herbst 2007 noch einmal nach Hildesheim holen und dann zusammen mit der AIDS- und Sexualberatungsstelle des Landkreises Hildesheim
eine mehrtägige Präventionsveranstaltung für alle Schulen anbieten.
Da nicht alle Beiratsmitglieder der AIDS-Hilfe für weitere zwei Jahre zur Verfügung stehen können, suchen wir engagierte Mitmenschen und finden zwei Männer,
die gern bei der nächsten Mitgliederversammlung kandidieren wollen!
Geschäftsführender Vorstand: Karin Cohrs
2005
Dieses Jahr ist das zweite nach der 6,9%igen Kürzung der Zuwendung durch das Land Niedersachsen. Es gelingt uns aber, weitere Förderung, vor allem bei
Krankenkassen, einzuwerben. Alle MitarbeiterInnen bleiben erhalten, nur bei zweien wird über sieben Monate die wöchentliche Arbeitszeit um je 1 Stunde gekürzt.
Im Juni wird die sogenannte Nacht der Solidarität des bundesweiten Aktionsbündnisses gegen AIDS begangen: Der Kammerchor Hildesheim an St. Andreas trug durch
wunderbaren Gesang zu einem würdigen Rahmen innerhalb der Kirche bei, während die Trommelgruppe „Vielleicht 10“ sehr einfühlsam die Stimmung für die
Lichterschleife draußen vor der Kirche kreierte.
Ab November wird ein Teil unserer Räume stundenweise untermietet.
Zum Ende des Jahres werden zum ersten Mal seelsorgerische Gespräche in der AIDS-Hilfe angeboten. Daraus ergeben sich zwar wenige, aber beständige Kontakte.
Highlight zum Welt AIDS-Tag sind die JugendFilmTage in Zusammenarbeit mit der AIDS- und Sexualberatungsstelle des Landkreises Hildesheim.
Geschäftsführender Vorstand: Karin Cohrs
2004
In diesem Jahr passieren mehrere grundlegende Änderungen. Zum ersten Mal bewilligt das Land Niedersachsen wesentlich
weniger Geld zur Bekämpfung und Verhütung von AIDS als im Jahr davor. Grund sind die leeren Kassen des Landeshaushalts.
In der Folge sparen wir an den Personalkosten, indem zwei Mitarbeiterinnen eine Stunde pro Woche weniger arbeiten. Ebenso
wird weiterhin auf Tariferhöhungen verzichtet. Zum Glück sind die Zuschüsse von der Stadt und dem Landkreis nicht weniger
geworden. Trotzdem erbitten wir zum ersten Mal seit dem Bestehen der AIDS-Hilfe um eine Spende, wenn wir in Schulklassen,
Jugendgruppen und in Erwachsenengruppen über HIV, AIDS und Hepatitis aufklären.
Im September beschlossen die Vereinsmitglieder eine Satzungsänderung: Die bisherige Geschäftsführerin Karin Cohrs wurde
zum geschäftsführenden Vorstand ernannt, während die bisherigen Vorstandsmitglieder jetzt den Beirat bilden. Hier wurde
die Fachkompetenz der Geschäftsführung anerkannt und deren Verantwortung gestärkt sowie die ehrenamtlichen
Vorstandsmitglieder entlastet, ohne dass sie ihr Engagement aufgegeben hätten.
Geschäftsführender Vorstand: Karin Cohrs
2003
Der "Kopf" des Schwulen Freundeskreises, Franz Karl Diestel, vorm. Hartmann, wird vom Land Niedersachsen mit einer
Verdienstmedaille wegen vorbildlicher Verdienste um den Nächsten für sein Engagement in der niedersächsischen
Schwulenbewegung ausgezeichnet.
Im Mai guckt die AIDS-Hilfe über ihren Tellerrand nach Südafrika; mit der Veranstaltung AIDS im Dialog unter der
Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Herrn Dr. Kumme unterstützt sie den Einsatz des Extremsportlers Joachim Franz im
Kampf gegen AIDS. Joachim Franz und Tom Staats kommen dafür nach Hildesheim und berichten vor zahlreichen Gästen über ihre
Kampagne. Die AIDS-Hilfe bietet die Rote Schleife aus Perlen gegen Spende an, um damit dem südafrikanischen AIDS-Projekt
Masibambane zu helfen.
Schließlich begibt sich Joachim Franz ins Rathaus zu Herrn Dr. Kumme, wo er sich in das Goldene Buch der Stadt einträgt.
Mitglieder des Radsportclubs Hildesheim begleiten Joachim Franz aus Hildesheim hinaus.
Ansonsten zwingt die finanzpolitische Entwicklung der öffentlichen Hand zu den ersten Einsparungen bei den Personalkosten. Noch können alle Aufgaben der AIDS-Hilfe erfüllt werden. Die drohenden Kürzungen der Landeszuwendung 2004 überschatten die tägliche Arbeit.
2002
In diesem Jahr wird die Hildesheimer AIDS-Hilfe 15 Jahre alt. Ein Anlass für den Rückblick auf 20 Jahre AIDS, die
Entwicklung der Krankheit und ihre Therapie, den Werdegang der AIDS-Hilfe-Arbeit, die Befindlichkeit von HIV-Positiven
und den Stand lesbischer und schwuler Emanzipation in Hildesheim.
Er findet Ausdruck in sechs öffentlichen Veranstaltungen von Mai bis September, u.a. eine Podiumsdiskussion "AIDS im
Wandel aus der Sicht von Betroffenen und Fachleuten" im Kreishaus. Die Veranstaltungsreihe "Schwule und Lesben l(i)eben
in Hildesheim" des Schwulen Freundeskreises umfasst Vorträge, Diskussionen, Lesungen, die Ausstellung "Anders bewegt" in
der Volkshochschule und gipfelt in der Enthüllung einer Gedenktafel, die zu Ehren von Karl Heinrich Ulrichs an der
Fachhochschule für Rechtspflege angebracht wird. Im September zieht die AIDS-Hilfe in die Bernwardstraße 3 um.
In diesem Jahr unterstützt die Hildesheimer AIDS-Hilfe den Betrieb des Regenbogen-Cafés in der Infektionsambulanz der Medizinischen Hochschule Hannover.
Ein neues Arbeitsfeld wird erschlossen: Die AIDS-Hilfe erarbeitet ein Konzept für die Multiplikatorenschulung von MigrantInnen in Hildesheim.
Zum Welt AIDS-Tag sammeln jetzt schon im dritten Mal Hildesheimer Politikerinnen und Politiker Spenden für die AIDS-Hilfe. Der Bosch-Blaupunkt-Werkchor veranstaltet ein Benefizkonzert in der Lambertikirche. Mitte Dezember gibt es seit langem wieder eine rege Beteiligung am "Positiven-Frühstück" im neuen Gruppenraum der AIDS-Hilfe.
2001
Die Strukturarbeit von Vorstand und Hauptamtlichen hat folgendes ergeben: Die AIDS-Hilfe will sowohl Beratungs-
und Büroeinrichtung sein als auch Treffpunkt für HIV-positive Menschen und für schwullesbische Selbsthilfegruppen
Der Umzug in ein größeres Büro wird beschlossen, damit dieses Selbstverständnis in angemessenen Räumlichkeiten umgesetzt
werden kann.
Im Herbst wird ein zweiter Spritzenautomat am Marienfriedhof installiert. Er konnte mit Spenden der Apothekerschaft
gekauft werden.
Im Laufe des Jahres gründen sich zwei neue schwullesbische Selbsthilfegruppen, ARCUS und Animated hedgehogs, die sich aus jungen Leuten zusammensetzen und von der AIDS-Hilfe unterstützt werden. ARCUS veranstaltet u.a. regelmäßig lesbischwule Parties in der Kulturfabrik Löseke. Sie tritt damit in die Fußstapfen der Gruppe Kraut & Rüben, die ihre Aktivitäten eingestellt hat.
Im Herbst führt das Projekt Kinder und AIDS in Niedersachsen eine 5tägige Familienfreizeit durch für Familien, die von HIV und AIDS betroffen sind.
Die besondere kulturelle Veranstaltung zum Welt AIDS-Tag ist ein Rock-Benefizkonzert von The JINXS im Vier Linden
2000
Vorstand und Hauptamtliche setzen sich verstärkt mit den Ansprüchen und Zielen von AIDS-Hilfe-Arbeit auseinander, damit der Verein mit gesellschaftlichen, medizinischen und finanzpolitischen Entwicklungen Schritt hält.
In diesem EXPO-Jahr begleitet die AIDS-Hilfe das sechswöchige internationale Youth Camp 2000 der Kirchen. Zum KulturPark der Kulturfabrik Löseke lässt sie "Das Rote Band der Liebe" malen und schreiben. Zum Welt AIDS-Tag können hiesige Politiker dafür gewonnen werden, in der Fußgängerzone Spenden zu sammeln.
Im Frühjahr gründet sich die Selbsthilfegruppe Schwuler Freundeskreis Hildesheim, der regelmäßige Treffen mit Freizeitcharakter und zu gesellschaftspolitischen Themen durchführt.
Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele Kooperationsveranstaltungen mit anderen Organisationen und Verbänden. So läuft u.a. die erfolgreiche Wanderausstellung der HI-V Preisträger-Plakate weiter, ein Tagesausflug für HIV-betroffene Familien wird realisiert und eine Podiumsdiskussion (Die Cazzo-Story) im Cup in Hannover veranstaltet.
Seit diesem Jahr ist die AIDS-Hilfe auch mit einer eigenen Homepage im Netz der Netze präsent.
1999
Die finanziellen Möglichkeiten des Vereins werden immer enger: trotz konstanter öffentlicher Förderung führen die
steigenden Fixkosten sowie verminderte Spendeneinnahmen zu deutlichen Sparmaßnahmen.
Im Landesverband (NAH e.V.) startet eine Debatte um fachgerechte Bemessungskriterien für die Mittelvergabe, um
niedersachsenweit auf Kürzungen der Landeszuwendungen vorbereitet zu sein.
Vorhandene Kooperationen werden in dem Jahr vertieft: AIDS-Hilfe, Drogenhilfe und die AIDS-Beratung des Landkreises
erarbeiten ein gemeinsames Konzept für einen zweiten Spritzenautomaten.
In der JVA wird auf Initiative der AIDS-Hilfe ein "Runder Tisch" installiert, an dem die AIDS-Hilfe, die Drogenhilfe, die
AIDS-Beratung und die JVA mit verschiedenen Abteilungen zum Thema "Möglichkeiten der Spritzenvergabe in Haft" und zur
medizinischen Versorgung Inhaftierter sowie anderer akuter Themen eng zusammenarbeiten will.
Die BI-ings stellen im Frühjahr ihre Treffen ein. Die Gruppe "Kraut und Rüben" zieht aus dem Feministischen Zentrum (FeZ)
aus, in dem sie seit September 1997 das schwul-lesbische Sonntags-Café angeboten hatte.
Die SchLAGSahne überrascht Zeitungsinserenten, in dem sie vier Wochen lang auf Kontaktanzeigen schwuler und bisexueller
Männer mit Infomaterial und diversen Give-aways antwortet.
Sowohl als Rosenmontags-"Umzug" als auch beim ersten "KulturPark" der Kulturfabrik Löseke erregen die KondoMEN
(haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen in farbigen Kondomkostümen) mit ihrer Kondomverteilaktion Beifall aus
der Bevölkerung.
Die AIDS-Hilfe entwirft eine Reiseinformation "Gute Reise...", die sie zusammen mit der AIDS- und Sexualberatung des Landkreises produziert und in Reisebüros auslegt.
Das Projekt Kinder und AIDS in Niedersachsen organisiert in Kooperation mit Klartext, Braunschweig, eine Familienfreizeit
und den Besuch einer Eisrevue.
Die Wanderausstellung der Plakate des Wettbewerbs 1997 läuft weiter. Und: Endlich gibt es das HI-V-Kondom! 21
Tankstellen und vier öffentliche Einrichtungen präsentieren die Hildesheimer Kondome, die gegen Spende von 1,- DM
angeboten werden.
Zum Welt-AIDS-Tag veranstaltet das Klezmer-Ensemble Folk-Lore aus Kreiensen ein Benefizkonzert in der Bischofsmühle Hildesheim, und der Internationale Chor aus Hildesheim gibt am Welt AIDS-Tag ein Benefizkonzert in der Jakobikirche.
1998
Die Kooperation mit der Drogenhilfe Hildesheim wird in den Bereichen Prävention und Betreuung erheblich intensiviert.
Im Café Accept wird ein Wandhalter mit Infobroschüren und Postkarten der AIDS-Hilfe installiert.
Die SchLAGSahne startet einige Parkaktionen, die recht gut in der anonymen schwulen Szene ankommen. Die neu gegründete
Gruppe "BI-ings" (bisexuelle Männer und Frauen) trifft sich in den Räumen der AIDS-Hilfe.
Das Projekt Kinder und AIDS in Niedersachsen ist in der glücklichen Lage, aus dem Spendenaufkommen zwei Freizeiten für HIV-betroffene Familien durchführen zu können (Kooperation mit der Lazaruslegion, Hannover und Klartext c/o AIDS-Hilfe Braunschweig). Die Gala "Gegen den Strom 2" in Hannover mit namhaften KünstlerInnen und PolitikerInnen zugunsten des Projektes ist ein voller Erfolg.
Im September findet die niedersachsenweite Positivenfreizeit "Gran Harzaria" in Goslar Hahnenklee statt. Die Freizeit wurde in Kooperation zwischen der AIDS-Hilfe, der AIDS-Hilfe Goslar und dem Projekt Kinder und AIDS in Niedersachsen verwirklicht.
In Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt wird eine zweite Fortbildung zum Thema "HIV/Hepatitis im Strafvollzug" in der JVA Hameln umgesetzt.
Das "HI-V"-Logo des Preisträgerplakates aus dem Vorjahreswettbewerb wird immer bekannter. Die Firma FritzeDesign hat die Idee, das Plakatmotiv für ein Hildesheimer Kondombriefchen zu verwenden. Die Suche nach Kooperationspartnern und finanzieller Unterstützung für dieses Projekt beginnt (und soll erst 1999 zum Erfolg führen.)
Im Oktober wird der erste Kondomautomat der Hildesheimer AIDS-Hilfe in einer öffentlichen Toilette installiert.
Highlight des Welt AIDS-Tages ist eine Benefizveranstaltung im Stadttheater: Brigitte Litfin spricht über die Profanisierung von AIDS durch die neuen Therapien, anschließend singen Mannomanie aus Braunschweig und Vox homana aus Hannover vor einem begeisterten Publikum, das sich mit zahlreichen Spenden für den Abend bedankt.
1997
Im Jubiläumsjahr der AIDS-HILFE gibt es mehrere personelle Veränderungen. Unter anderem kommen mit einem Wechsel der
Geschäftsführerin und einem neuen Vorstand frische Ideen.
Neben der großen Benefizgala des Kinderprojekts "Gegen den Strom" wird für aktive MitarbeiterInnen eine Veranstaltungsreihe
"Fit für den Infostand" durchgeführt.
Im Frühjahr entscheidet sich die Jury im Plakatwettbewerb von 1996: Sie verleiht unter 40 eingereichten Entwürfen den
1. Preis an Jan Richter und André Kleegräfe für ihr Plakat HI-V in Form eines Autokennzeichens. AIDS-Beratung und
AIDS-Hilfe lassen Plakate drucken und hängen sie in Stadt und Landkreis Hildesheim aus. Ab August schaltet die
Hildesheimer Allgemeine Zeitung kostenlos Anzeigen mit dem Plakatmotiv und dem Beratungsangebot beider Einrichtungen.
20 Plakatentwürfe wandern zu einer Ausstellung vereint durch den Landkreis.
Auf dem Tummelplatz der Lüste in Hannover stellt sich die schwul-lesbische Gruppe "Kraut und Rüben" vor. In
Zusammenarbeit mit "Kraut und Rüben" findet auch eine Lesung mit Detlev Meyer sowie die erste schwul-lesbische Party in
der Kulturfabrik statt. Des weiteren hat sich die AIDS-Hilfe beim Jubiläum von amei's Buchecke und beim Selbsthilfetag
in Alfeld beteiligt. Im Bereich JVA findet eine Fortbildung für Bedienstete statt, eine weitere für Berufsgruppen im
Drogenbereich. Wrisbergholzen ist Schauplatz für das Benefiz Musik Open Air "Börde Böller". Und schließlich gibt es 1997
noch etwas zu feiern: 10 Jahre Hildesheimer AIDS-Hilfe! Grund genug für einen prächtigen Empfang im Rathaus.
1996
Im Anschluss an den Welt-AIDS-Tag 1995 beginnt 1996 mit folgenden Aktionen:
- Fotoausstellung des Sozialministeriums "AIDS hat viele Gesichter"
- Schwul-lesbische Benefizgala "Leidenschaft & andere Grausamkeiten"
- Talkrunde zur Ausstellung
- Lesung mit Markus Commercon, der kurze Zeit später verstirbt
- Vorführung des Filmes "Blue" von Derek Jarman.
Nebenbei läuft die übliche Arbeit:
Schulaktionstage, PraktikantInnenanleitung, Begleitung und Anleitung von Ehrenamtlichen, KlientInnen-Betreuung,
Arbeitskreise und spezielle Jugendprävention wie in dem SchülerInnen-Theaterstück "...und küsst Julia".
In Zusammenarbeit mit dem Fachhochschulbereich "Kommunikationsgestaltung" und der AIDS-Beratungsstelle schreibt die
AIDS-HILFE einen Plakatwettbewerb aus.
In der JVA finden drei große Veranstaltungen mit einer Akrobatikgruppe, einer
Rock-Band und der Aktion "Haareschneiden", an der sich professionelle FriseurInnen beteiligen, statt. Im Laufe dieses
Jahres wächst das Ansehen der AIDS-Hilfe und ihre Akzeptanz bei Inhaftierten und Bediensteten enorm.
Das Projekt Kinder und AIDS in Niedersachsen organisiert zusammen mit der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule
Hannover (HIV-Kindersprechstunde) eine Familienfreizeit, die ein voller Erfolg ist.
Ein großes Highlight ist der "Safer Life Rave", der zum Welt-AIDS-Tag in Kooperation mit der Kulturfabrik Löseke und der
Drogenberatungsstelle Hannover durchgeführt wird.
Im übrigen prägt der Umzug in den Zingel 14 das Jahr. Leider ist damit der Verlust des Café SonderBar verbunden. Aus
dieser Not heraus verselbständigt sich die schwul-lesbische Arbeit zunehmend und etabliert sich außerhalb der AIDS-Hilfe.
1995
1995 boomt der schwul-lesbische Bereich. Zusätzlich zu den engagierten SchLAGSahne-Leuten entsteht eine schwul-lesbische StudentInnengruppe. Diese Gruppe nennt sich "out and proud" und trifft sich regelmäßig in den Räumen der AIDS-Hilfe. Zum Welt-AIDS-Tag 1994 findet eine Veranstaltungsreihe "AIDS und Familie" statt, die mit den folgenden Veranstaltungen bis in das Jahr 1995 hineinreicht:
- Mein Sohn/meine Tochter hat AIDS...
- Schwanger werden-an HIV denken!? HIV - positiv sein-schwanger sein!?
- Keiner spielt mit mir! -AIDS-betroffene Kinder und ihre Familien.
Die Präventionsarbeit in der Justizvollzugsanstalt wird auf- und ausgebaut. Es ergeben sich eine regelmäßige
Gruppenarbeit und einzelne Großveranstaltungen in der JVA. Die Zusammenarbeit mit dem Vollzugspersonal verbessert
sich erheblich. Ein erneuter Versuch zur Kooperation mit der Drogenberatungsstelle scheitert abermals. Dem gegenüber
entstehen intensive Kontakte zur Drogenentzugsstation des Landeskrankenhauses, dem "Café Connection" in Hannover, zu der
Polizei und zu substituierenden ÄrztInnen in Hildesheim.
Durch eine große Spende zum Jahresanfang gelingt es, einen Positivenurlaub in der Nähe von Oldenburg zu organisieren -
als landesweites Positiventreffen.
Ein großes Highlight des Jahres sind die Benefizaktionstage "Maskeraden - Familien und AIDS" vom Projekt Kinder und AIDS
in Niedersachsen. Zum Jahresende erhält die AIDS-Hilfe eine Spende in Höhe von 10.000 DM vom Stadttheater und der
Volksbank in Hildesheim.
1994
1994 findet in Hannover der Kongress "10 Jahre AIDS in Niedersachsen" statt, in dessen Vorbereitung auch die AIDS-Hilfe
eingebunden ist. Des weiteren beteiligt sie sich beim Aufbau eines bundesweiten Frauennetzwerks.
Man beginnt ein Modell zu entwickeln, durch das die AIDS-HILFE zusammen mit ihren KooperationspartnerInnen die Versorgung
von AIDS-kranken Menschen optimieren kann.
Außerdem wird eine offene Stelle für Sozialarbeit mit dem Schwerpunkt "Schwule AIDS-Prävention" geschaffen. Im Zuge
dessen entsteht die Gruppe "SchLAGSahne" (Schwul-lesbische Arbeitsgruppe - allererste Sahne!), die u.a. die Angebote im
Café SonderBar koordiniert und organisiert.
1993
1993 trauert die AIDS-Hilfe um Helfried Nogueira Pinto da Fonseca, den hauptamtlichen Geschäftsführer. Seit Jahren widmete er sein volles Engagement der Arbeit der AIDS-Hilfe, war sowohl im Stadtrat als auch im Vorstand der Niedersächsischen AIDS-Hilfe (NAH) tätig und prägte die schwul-lesbische Arbeit in Hildesheim entscheidend mit. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke im Verein.
Doch das Leben geht weiter. Helfrieds Arbeit wird zunächst von Silke Eggers als kommissarische Geschäftsführerin übernommen. Größere Aktionen finden in diesem Jahr nicht statt. Zum Welt-AIDS-Tag wird neben einer Aktion in der Fußgängerzone eine Fotoausstellung im Café SonderBar eröffnet und von einem Kulturprogramm begleitet
1992
In der Einumer Straße wird 1992 mit dem Café SonderBar ein Treffpunkt für Schwule und Lesben eröffnet, was die
zielgruppenspezifische Prävention erleichtert. In diesem Jahr entsteht die erste Positiven-Selbsthilfegruppe; jetzt
gibt es schon sechs Arbeitsgruppen.
Das Projekt "Kinder und AIDS in Niedersachsen" wird mit einer halben Stelle
in der AIDS-Hilfe installiert.
1991
Wegen der großen positiven Resonanz des Vorjahres findet das Niedersächsische Positiventreffen 1991 wieder in Hildesheim
statt. Eine neue Arbeitsgruppe kommt zu den vier schon bestehenden Gruppen hinzu: die Angehörigen-Gruppe.
Die Hildesheimer AIDS-Hilfe veranstaltet in Kooperation mit der AIDS-Beratungsstelle, dem Familienförderverein
Moritzberg und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Aktionswoche "Phantasie sprengt Grenzen" unter dem
Motto "Keine Angst vor AIDS".
Die AIDS-Hilfe wächst, neue Stellen kommen hinzu, und die Räume im Gelben Stern werden
langsam zu eng. Im Dezember zieht man daher in die Einumer Straße um.
1990
1990 ist im Gegensatz zum Vorjahr eher ein ruhiges Jahr. Das zweite landesweite Positiventreffen findet in Hildesheim statt. Des weiteren wird zusammen mit der AIDS-Beratungsstelle eine Broschüre zum Thema "Frauen und AIDS - spezielle Aspekte in Beratung und gynäkologischer Praxis" erarbeitet. Erfreulich ist in diesem Jahr auch die verstärkte Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Hildesheim (FH). In einem gemeinsamen Projekt können StudentInnen praktische Erfahrungen in Öffentlichkeitsarbeit und Telefonberatung sammeln. Mit ihnen zusammen ruft die AIDS-Hilfe die Zeitung "SIDA" ins Leben. Leider muss die Zeitung noch im selben Jahr aus personellen Gründen eingestellt werden.
1989
Ein Jahr voller Überraschungen:
Die Stadt Hildesheim erklärt sich bereit, die ABM-Stelle in eine "feste" Stelle umzuwandeln und die dafür jährlich
anfallenden Kosten für einige Jahre zu übernehmen. Ein weiteres Highlight ist der Besuch von Bundestagspräsidentin
Rita Süßmuth in den Räumen der AIDS-Hilfe. Ihr Besuch wirkt sich größtenteils positiv auf Ansehen und Akzeptanz der
AIDS-Hilfe in der Hildesheimer Bevölkerung aus.
Aber leider wird der Klient Reiner S. auf einem Zeitungsfoto zusammen
mit Rita Süßmuth erkannt und daraufhin in seinem Heimatdorf diskriminiert. So erhält er Hausverbot beim Bäcker und in der
Dorfkneipe. Fensterscheiben in der Wohnung, die er zusammen mit seiner Mutter bewohnt, werden zertrümmert, jemand
beschmiert die Hauswand mit Sprüchen, und Drohanrufe sind ab diesem Zeitpunkt an der Tagesordnung. Die große
Aufklärungskampagne im Ort zeigt keine Wirkung; die schweigende Mehrheit hat Verständnis für die Täter, nicht für das
Opfer. Dies belegt auch der nach Reiners Tod weitergeführte Dokumentarfilm "Mißtrau' der Idylle" vom ZDF.
Weitere schwarze Tage sind zu verzeichnen:
Ein HIV-Negativer gibt sich in mehreren deutschen Städten als
HIV-Positiver aus, um so an Geld der AIDS-Hilfen zu kommen.
Sein Betrug kommt bald ans Licht und reisst zunächst eine Wunde in das Vertrauen der AIDS-HILFE-MitarbeiterInnen zu ihren
KlientInnen.
Unbekannte beschmieren die Hauswände der AIDS-Hilfe mit Hakenkreuzen und rechtsextremen Parolen. Die Polizei kann darin
keine politische Motivation erkennen.
Erfreuliches gibt es am Ende des Jahres: Nach langen Diskussionen gelingt es endlich, einen Spritzenautomaten für die
Stadt Hildesheim durchzusetzen. Hier hilft nicht zuletzt die öffentliche Unterstützung von Rita Süßmuth.
1988
Die Hildesheimer AIDS-Hilfe erfährt großen Anklang bei Behörden und Institutionen, was zu einer gesicherten finanziellen
Unterstützung durch Stadt, Land und Kreis führt. Das Raumproblem hat sich bereits zu Beginn des Jahres gelöst:
Am 1.Januar zieht die AIDS-Hilfe in den "Gelben Stern".
Zum 1.November finanziert das Arbeitsamt die erste ABM-Stelle.
Durch das Engagement von 26 aktiven Mitgliedern entstehen vier Arbeitsgruppen mit den Schwerpunkten:
- Öffentlichkeitsarbeit
- Jugendarbeit
- Beratung und Betreuung
- JVA/Drogenarbeit
Ende des Jahres ist für Sabine Rohde-Pfau Helfried Nogueira Pinto da Fonseca in den Vorstand gekommen.
1987
Am 09.04.1987 gründet sich auf Initiative des damals 19-jährigen David Bjaoui die Hildesheimer AIDS-Hilfe. Im November findet die Eintragung ins Vereinsregister statt. Zunächst ist man damit beschäftigt, eine Vereinsstruktur zu schaffen, um finanzielle Mittel beantragen zu können. Das ist notwendig für die Bezahlung von Büroräumen und Personal. Bis dahin fordert die Arbeit bei der AIDS-Hilfe von den aktiven Mitgliedern ein gehöriges Improvisationsgeschick. Dennoch beginnt man schon in diesem Jahr mit der Betreuungsarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit.
to be continued
Viele Pläne werden auch in diesem Jahr umgesetzt, manche müssen liegenbleiben oder "fallen ganz herunter". Die Arbeit steht und fällt nicht nur mit dem Ehrgeiz und der Kraft von Team und Vorstand, sondern vor allem mit dem Einsatz ehrenamtlicher HelferInnen, die nicht nur neue Ideen, neuen Schwung mitbringen, sondern auch "handfest zugreifen" können und verlässliche MitarbeiterInnen sind.
Schreiben auch Sie unsere Chronik mit: fragen Sie uns nach den Möglichkeiten des freiwilligen Engagements in der Hildesheimer AIDS-Hilfe!